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Fashion

Blogger Cocktail mit Annette Görtz

Wie schon im letzten Post angekündigt, durften Irini und ich letzte Woche den Blogger Cocktail mit Annette Görtz in wunderbar stylishen Hotel Indigo in Düsseldorf besuchen. Es war soooo interessant! Und in meiner Goddie Bag befand sich ein absolutes Highlight. Da mein Blog ohne Euch nicht wäre, was er ist, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, dieses Schätzchen unter Euch zu verlosen, anstatt es selbst auszuführen!

Morgen erfahrt Ihr mehr dazu.

Grundsätzlich ist es schon immer eine große Sache für mich, namhafte Personen aus der Modebranche im echten Leben kennenlernen zu dürfen. Doch bei Annette Görtz war es mir eine ganz besondere Freude. Sie betreibt Ihr Label seit über 30 Jahren erfolgreich gemeinsam mit ihrem Ehemann. Er ist für die Finanzen zuständig, sie für das Kreative – eine perfekte Ergänzung also und wahrscheinlich ist das auch das Geheimnis, des gemeinsamen Erfolges. Der größte Stolz ist jedoch Ihr gemeinsamer Sohn. Er hat kürzlich sein Studium an der Modeakademie in Antwerpen abgeschlossen – eine der besten Modeschulen überhaupt! Hach, was für ein Geschenk, wenn sich die Liebe zur Mode tatsächlich weitervererben lässt!

Sie sind beide so herrlich normal! Haben sich mit uns allen zusammen an einen Tisch gesetzt und dann hat Frau Görtz einfach drauf losgeplappert, was ihr so einfiel und was sie uns für eine Botschaft mitgeben wollte (normalerweise nenne ich die Leute in meinen Berichten ja immer beim Vornamen, aber diese Dame hat so eine unglaubliche Aura, das kann ich einfach nicht).  Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sie sich verstellt, oder uns etwas erzählt, was sie nicht selber lebt. Und sie hatte so viel zu erzählen!

Angefangen bei ihren modischen Anfängen mit gerade mal sechs Jahren. Da hat sie sich bereits an die Nähmaschine ihrer Oma gesetzt und mit Hilfe einer Kiste, das Pedal getreten. Sie ist in einem selbstgenähten goldenen Cordanzug in die Schule gegangen, hat kurzerhand die Schnallen an den Hochzeitsschuhen ihrer Freundin abgeschnitten, als diese so gut wie auf dem Weg zum Altar war und hat sich schließlich bereits mit Mitte Zwanzig dazu entschlossen, Ihr eigenes Label zu gründen. Zuvor hatte sie versucht, in der Modebranche als Angestellte Fuß zu fassen. Da sie sich aber nicht verstellen konnte und vor allem nicht wollte, entschloss sie sich, ihr eigenes Ding zu machen. Sie war und ist sich ihrer Sache so sicher, das kann ich nur bewundern!  Sie findet übrigens keinen Gefallen an großen Roben der Stars, sondern viel interessanter, was die Leute auf der Straße aus Ihren Stücken machen. Ein echter Streetstylefan also.

Eine Frage hat mir besonders unter den Nägeln gebrannt: Wie schafft man es, so viele Jahre nicht die Leidenschaft für eine Sache zu verlieren und aufkommende Gedanken ans Aufhören, zu ersticken? Die Antwort von Frau Görtz war sehr offen und ehrlich. Natürlich hat sie in den letzten 30 Jahren ans Aufhören gedacht. Mehr als einmal sogar. Aber sie kann einfach nicht aufhören, kreativ zu denken und eben auch so zu leben. Als Beispiel nannte sie den Teller Macarons, der vor ihr stand. Wir sehen diesen Teller und denken:"Mmmh, lecker!". Sie sieht diesen Teller, findet Gefallen an der Kombination aus Himbeere, Pistazie und Vanille und denkt sofort an ihre nächste Kollektion. Und natürlich ist es sehr wichtig, das was man beruflich macht, auch mit Spaß ausüben zu können. So sagt sie, dass acht Stunden sehr lang sein können, wenn man keine Freude am eigenen Tun habe. Sobald aber Spaß dazu käme, vergingen acht Stunden wie im Flug. Recht hat sie! Übrigens lässt sie sich meist von den Stoffen inspirieren, die sie entdeckt. Auf das Material Ihrer Kleidungsstücke legt sie äußerst großen Wert. Alles wird in Europa produziert, der Großteil sogar noch in Deutschland. Nachhaltigkeit und das Denken an andere, denen es nicht so gut geht wie uns, liegen ihr dabei besonders am Herzen.

Mein Lieblingsteil aus der aktuellen Annette Görtz Kollektion … Seide und soo flauschig … ein Traum!

Irinis Lieblingsteil – das schwarze Element ist übrigens gestrickt!

Ihre Erzählungen über asiatische Produktionen und die dortigen Arbeitsbedingungen, haben auch mich zum Nachdenken bewegt. Klar freue ich mich, wenn ich bei Zara und Co. ein Schnäppchen für zehn Euro machen kann, aber was hinter diesem Dumpingpreis steckt, das hinterfrage ich nicht. So berichtet sie, dass es für ihre Produtkion tatsächlich billiger wären, z.B. weiße Blusen bei Zara zu kaufen und dann zu "bemalen", anstatt selbst weiße Blusen herstellen zu lassen. Sie verabscheut die Tatsache, dass es teilweise billiger ist, sich "neue Socken im KiK zu kaufen, anstatt die eigenen Socken zu waschen" und hat uns allen den Denkanstoß mitgegeben, doch lieber auf ein nachhaltig und wertiges Teil hinzusparen, um dieses dann länger als eine Saison zu tragen.

Tja, das ist wirklich etwas, über das wir alle – ich ganz besonders – mal nachdenken sollten. Mit Sicherheit werde ich es nicht schaffen, mich komplett von H&M und Co. loszusagen, aber ich sollte doch mal öfter hinterfragen, unter welchen Bedingungen die Klamotten produziert werden … Wie steht Ihr denn zu diesem Thema?

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1 Comment

  • Reply Lisa

    Liebe Kathrin, 

    ich finde nachhaltige Mode auch toll, allerdings nicht unbedingt leicht zu finden. Leider produzieren gerade teure Marken nicht besser, sondern häufig in den selben Fabriken wie die Billigketten. Ich versuche zumindest einen Teil meiner Kleidung bei Marken, die nachhaltig produzieren zu kaufen und trage meine Klamotten allgemein relativ lange. Klar kaufe ich auch mal ein günstiges Shirt, oder andere günstige Kleidung, aber da ich auch die lange trage, ist das für mich zumindest ein Kompromiss, mit dem ich leben kann.

    25. Juli 2017 at 20:47
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