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Irini

Ende Fastenzeit

Es ist geschafft! Am vergangenen Wochenende erlebten auch wir unser Ostern, was bedeutet: die Fastenzeit ist vorbei. Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich richtig reingehauen habe, oder? Tja, so schön es auch gewesen wäre… Ich habe ein paar Tage vorher meine Weisheitszähne gezogen bekommen, somit saß ich als Einzige am Tisch und schlürfte mein Süppchen vor mich hin, während die anderen Gegrilltes und Tzatziki in sich reinstopften (wobei mir gerade einfällt: Tzatziki hätte ich doch essen können… Ja, ich esse es auch pur :-D)

Ich muss sagen, ich fühle mich mal wieder total entgiftet und wie ein neuer Mensch (nicht nur wegen der Ernährung). Das erste, was ich richtig genossen habe, war ein leckerer Latte Macchiato (Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie gut er geschmeckt hat!!!). Man könnte auch meinen, dass ich nach Fleisch und Milchprodukten gelüstet habe, aber am meisten habe ich mich darauf gefreut, endlich die Hefezöpfe – die auf Griechisch Tsourekia heißen – zu essen!

Da ich Euch versprochen hatte, auch mehr über Traditionen zu erzählen, möchte ich Euch ein bisschen unsere Kar-Woche schildern. (Ein kleiner Disclaimer: Bitte entschuldigt, dass es thematisch nichts mit Fashion zu tun hat; neben Fashion ist die Religion auch ein Faktor, der mich prägt und aus diesem Grunde möchte ich Euch gerne daran teilhaben lassen :-). )

Jeden Tag gab es Messe. Hingegangen bin ich jedoch nur an dem Ostersamstag, da ich aussah, als hätte ich Eier in meinen Backen versteckt. Am Gründonnerstag werden bei uns IMMER die Eier gefärbt. Der Donnerstag ist generell ein sehr wichtiger Tag; die ganze Nacht ist die Kirche offen, sodass man die letzten Stunden vor der Beerdigung von Jesus anwesend sein kann. Dabei wird das Epitaph, also das Grab, mit weißen und roten Blumen geschmückt. An Karfreitag wird das geschmückte Grab dann einmal um die Kirche getragen; dies symbolisiert die Tage bis zur Auferstehung. Nachdem dies geschehen ist, können die Menschen unter dem Grab vorbeigehen und sich Blumen mitnehmen. Das soll Gesundheit und Segen bringen.

An Karsamstag ging es für mich zwei Mal in die Kirche; einmal morgens, um Brot und Wein zu bekommen und einmal nachts für die eigentliche Auferstehung. Nachts isst man dann nach der Messe eine Suppe aus Eingeweiden (es klingt ekelhaft, aber wirklich so gut wie jeder Grieche liebt es – ich ausgeschlossen :-D…). Außerdem macht man sogenanntes Tsougrisma… Die gefärbten Eier, die ich bereits erwähnte? Tja, zwei Leute nehmen sich jeweils ein Ei und stoßen sie aneinander… Das Brechen der Eierschale symbolisiert das aufgebrochene Grab Jesu.

Sonntags heißt es dann Schaf oder Lamm grillen. Aber wie gesagt, da hatte ich doch lieber ein Auge auf die Hefezöpfe geworfen 😉

Die nächsten Posts werden wieder den kompletten Fokus auf Fashion und Beauty haben; das nächste große religiöse Ereignis ist Mariä Himmelfahrt und danach Weihnachten… Also haben wir noch ein Weilchen 😀

Falls Ihr übrigens Interesse an einem Rezept habt, schaut gerne hier vorbei(Auf der Seite findet Ihr unter anderem auch Varianten mit Schoki, falls Ihr es noch süßer wollt 😉 ).

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Paula
Gast
Paula

Klingt total interessant! Ich finde solche Traditionen schön zu bewahren, gerade weil sie einem immer Anlass bieten, um mit der Familie zusammen zu kommen und gemeinsam Zeit zu verbringen. 🙂

Der Hefezopf sieht lecker aus. Wir machen unseren immer tradtionell mit Hagelzucker 🙂

Irini
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Irini

Liebe Paula, 

ja, das sehe ich genauso! Gerade weil meine Schwester und ich eben weiter weg von zuhause leben ist es schön, dass wir dadurch die Gelegenheit bekommen, gemeinsam alle Traditionen zu erleben 🙂 
Mmmh Hagelzucker, jetzt würde ich am liebsten noch eine Ladung Hefezöpfe backen, dieses Mal dann mit Hagelzucker 😀 Danke für Deinen Kommentar!!